Weinen mit Tochter,
Trennungsschmerz

Verschiedene Wirkungen unmittelbar nach dem Basiskurs waren für mich spürbar...

Völlig übermüdet, erschöpft von den emotionalen Sitzungen am Wochenende – mit starken Kopfschmerzen kam ich abends nach Hause und empfing mit großer Vorfreude meine Kinder – bereits nach Minuten stellte sich anstelle der erwarteten freudigen Gespräche der familiäre Alltag ein:

Tiefsitzender Trennungsschmerz

Als ich die erbetene Fernseherlaubnis spät abends nicht erteilte, hatte meine ältere Tochter einen extremen Wutanfall – trotz meiner Erschöpfung konnte ich rückblickend recht gut mit dieser Situation umgehen – ich blieb ruhig, konsequent.... und hörte den tiefsitzenden Trennungsschmerz, den Hilferuf meiner Tochter/ die Sehnsucht nach Geborgenheit und intakter Familie.

Ich hielt sie in den Armen – ließ sie weinen, schließlich weinten wir beide miteinander und redeten so innig und ehrlich wie schon lange nicht mehr.

psychotherapiepsychotherapie frau G.W. Mühlviertel

Anmerkung der Redaktion:

Trennungsschmerz der Tochter, da sich die Eltern getrennt haben. Das ist in den meisten Fällen das, was die Kinder am wenigsten möchten.

Oftmals taucht dieser Trennungsschmerz für die Erwachsenen wieder in Form von Liebeskummer auf, wenn sich ein Freund oder eine Freundin von einem trennt. Es ist die Kette von ähnlichen Situationen, die sich weiterentwickelt, bis man bereit ist, den Trennungsschmerz auf sich zu nehmen, das Ganze auszufühlen, sich ganz dem Schmerz und dem Allein-Sich-Fühlen hinzugeben, ohne Ausflüchte und Ablenkung.

Sozusagen in der eigenen Realität ankommen. Das ist ein heilsamer Prozess, und lässt Gefühle aus frühester Kindheit wachwerden.

Auch wo die Eltern sich nicht getrennt haben, sind wir als Erwachsene mit Trennungsschmerz konfrontiert. Auch da gibt es Ketten von ähnlichen Situationen. Es kann beispielsweise sein, dass wir uns während des Geburtsvorganges schon allein und verlassen gefühlt haben, weil unsere Mutter so mit der Abwehr und Vermeidung von Schmerz beschäftigt war. Wenn wir diese Ebene unseres Daseins nie ausgefühlt haben, werden wir eben als Erwachsene in Form von Liebeskummer und Trennungsschmerz damit konfrontiert. Das Allein-Sich-Fühlen dringt in unser Bewusstsein, macht sich breit.

Wenn wir gegen das Gefühl ankämpfen, wartet nur die nächste Beziehung, um uns wieder mit dem gleichen Gefühl zu konfrontieren. Bis wir bereit sind, uns dem Schmerz hinzugeben.

Zu Trennungsschmerz siehe auch meinen Blog-Eintrag zu Liebeskummer.